RODĒNA.DE > RODĒNA Heimat- und Sachkunde Saarlouis-Roden > Laub- und Nadelbäme Heimatkunde Roden
heimatkunde.rodena.de . RODĒNA Heimatkundeverein Roden e.V. - Lebendige Rodener Heimatforschung Roden - Lebendige Rodener Heimatkunde
 
 
 
Startseite
 
heimatkunde.rodena.de
 

 
Steinweichsel
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Prunus mahaleb)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Steinweichsel
Bild anzeigen

Steinweichsel (Prunus mahaleb)

Systematik
Eurosiden I
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Unterfamilie: Steinobstgewächse (Amygdaloideae)
Gattung: Prunus
Art: Steinweichsel
Wissenschaftlicher Name
Prunus mahaleb
L.

Die Steinweichsel, Felsen- oder Weichselkirsche (Prunus mahaleb) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae).

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Aussehen, Merkmale
  • 2 Vorkommen und Verbreitung
  • 3 Verwendung
  • 4 Ähnliche Arten
  • 5 Literatur
  • 6 Einzelnachweise
  • 7 Weblinks

Aussehen, Merkmale

Die Steinweichsel ist ein kleiner, 2–6 (bis 10 m) hoher Baum oder großer Strauch. Die 4–8 cm langen, wechselständigen, oft leicht eingefalteten und kurz gestielten Blätter sind meist kahl, glänzend, ei- bis herzförmig und spitz und am Rand gekerbt, mit kurzen, stumpfen Kerbzähnen. Die Nebenblätter fallen früh ab. Am Blattstiel können Drüsen vorhanden sein.

Die Blüten der Steinweichsel sind meist zwittrig oder dann funktionell weiblich, sie ist also gynodiözisch.[1] Die weißen, etwa 1 cm breiten, duftenden und gestielten Blüten sind fünfzählig, mit doppelter Blütenhülle. Sie stehen zu 4–12 in einer Schirmtraube. Die grünen, zurückgelegten Kelchzipfel sind klein und die Petalen sind eiförmig bis elliptisch, rundlich. Die vielen Staubblätter mit weißen Staubfäden und gelben bis orangen Antheren sitzen auf dem Rand des Blütenbechers. Der Nektar wird innen vom Blütenbecher abgesondert. Der Fruchtknoten ist mittelständig mit einem langen Griffel mit kopfiger Narbe. Die rundlichen Steinfrüchte der Steinweichsel sind klein, etwa 8 mm groß und schwärzlich, der etwa 5 mm große Steinkern (das Putamen) ist glatt. Die Steinweichsel blüht etwa im April bis Mai.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.[2]

Vorkommen und Verbreitung

Die Steinweichsel kommt von Marokko, Spanien und Frankreich entlang des nördlichen Mittelmeergebiets und auf dem Balkan bis Klein- und Vorderasien vor. Die mitteleuropäischen Vorkommen beschränken sich ursprünglich auf die wärmebegünstigten Regionen wie Kaiserstuhl, Altmühltal und Nahegebiet, in Österreich Thermenlinie und Weinviertel.

Die Steinweichsel wächst in trockenen, sonnigen Gebüschen, Hecken und Flaumeichenwäldern, sie ist kalkhold und wärmeliebend. Sie ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Prunetum mahaleb aus dem Verband Berberidion, kommt aber auch in Gesellschaften der Ordnung Quercetalia pubescentis vor.[2] Durch die Verwendung als Zierstrauch und Pfropfunterlage ist sie über das ursprüngliche Verbreitungsgebiet hinaus auch an anderen Stellen anzutreffen.

Verwendung

Bild anzeigen
Weichselrohrkultur

Die Steinweichsel wurde früher vor allem in Ostösterreich, Ungarn und den Vogesen wegen ihres duftenden Holzes für Pfeifenrohre und Gehstöcke verwendet und dazu auch kultiviert. Die Kulturmethode wurde im frühen 19. Jahrhundert in Baden bei Wien entwickelt und zu einer regional bedeutsamen Sonderkultur. Die arbeitsaufwändige Produktion von Ausschlagruten erfolgte mit 4-jähriger Umtriebszeit auf wenige hundert Quadratmeter großen Parzellen. Letzte Reste dieser Kopfbaum-Kulturen existieren noch im nördlichen Burgenland im Raum Mattersburg. Heute wird die Art vor allem als Ziergehölz gepflanzt und als Veredelungsunterlage für die Kultur von Sauerkirschen in trocken-warmen Gegenden verwendet. Die Früchte der Steinweichsel sind nicht genießbar, allerdings werden im westasiatischen Raum die gemahlenen Kerne unter dem Namen Mahlab als Gewürz verwendet, worauf auch der wissenschaftliche Name der Art Bezug nimmt.

Ähnliche Arten

Verwechselungsmöglichkeiten bestehen mit der Gewöhnlichen Traubenkirsche (Prunus padus), von dieser unterscheidet sie sich durch die glatten Blätter, die kürzere Blütentraube und den glatten Stein. Die Traubenkirsche bevorzugt darüber hinaus deutlich feuchtere Standorte als die Steinweichsel.

Literatur

  • Franz Joseph Märter: Charakteristik und Cultur des Mahaleb- oder Parfümir-Kirschenbaumes. (…) Geistinger, Wien/Triest 1813. (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttp%3A%2F%2Fwww.digitalniknihovna.cz%2Fmendelu%2Fview%2Fuuid%3A96ef1100-2565-11e1-b074-001fd02ebcd6%3Fpage%3Duuid%3A39529c40-2567-11e1-8479-001fd02ebcd6~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  • Regionale Gehölzvermehrung (Hrsg.): Die Steinweichsel - Prunus mahaleb, St. Pölten, 2007, ISBN 3-901542-26-4.
  • Thomas Schauer und Claus Caspari: Der BLV Pflanzenführer für untwegs, BLV-Buchverlag, München 2005, ISBN 3-405-16908-9.
  • Werner Rothmaler, Eckehart J. Jäger, und Klaus Werner: Exkursionsflora von Deutschland, Band 2, 17. Auflage, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg – Berlin, 1999 ISBN 978-3-8274-1600-1.

Einzelnachweise

  1. Prunus mahaleb in Europe: distribution, habitat, usage and threats (PDF), bei Data Catalogue – European Commission, abgerufen am 28. August 2019.
  2. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. Seite 574.

Weblinks

Bild anzeigen Commons: Prunus mahaleb – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
  • Steinweichsel. In: FloraWeb.de.
  • Steckbrief und Verbreitungskarte für Bayern. In: Botanischer Informationsknoten Bayerns.
  • Prunus mahaleb L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am 10. November 2015.
  • Thomas Meyer: Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben)

 


Dieser Text stammt aus der Wikipedia. Bitte bearbeiten Sie ihn dort, damit die Änderungen allen zu Gute kommen. Danke.

Zum Bearbeiten öffnen | Versionsgeschichte des Artikels | Lizenzbestimmungen der Wikipedia

 

 


Dieser Text stammt aus der Wikipedia. Bitte bearbeiten Sie ihn dort, damit die Änderungen allen zu Gute kommen. Danke.

Zum Bearbeiten öffnen | Versionsgeschichte des Artikels | Lizenzbestimmungen der Wikipedia

 

 

Laubbäume

Laubbäume | Buchen | Fagus sylvatica | Carpinus betulus | Ostrya carpinifolia | Eichen | Quercus robur | Quercus petraea | Quercus pubescens | Quercus rubra | Quercus cerris | Ahorne | Ahornsirup | Acer platanoides | Acer pseudoplatanus | Acer campestre | Platanen | Ahornblättrige Platane | Eschen | Fraxinus excelsior | Fraxinus ornus | Birken | Betula pendula | Betula pubescens | Linden | Tilia cordata | Tilia platyphyllos | Pappeln | Populus nigra | Populus alba | Populus tremula | Edelkastanie und Rosskastanie | Castanea sativa | Aesculus | Aesculus hippocastanum | Ulmen | Ulmus minor | Ulmus laevis | Ulmus glabra | Erlen | Alnus glutinosa | Alnus incana | Weiden | Salix alba | Trauerweide | Salix viminalis | Salix caprea | Salix purpurea | Salix fragilis | Salix pentandra | Haseln | Corylus colurna | Walnussgewächse | Juglans regia | Weißdorn | Crataegus monogyna | Crataegus laevigata | Mehlbeeren | Sorbus aria | Sorbus aucuparia | Sorbus domestica Speierling | Sorbus torminalis Elsbeere | Maulbeeren | Morus nigra | Morus alba | Apfelbäume | Malus sylvestris | Malus domestica | Apfelsorten | Birnbäume | Gute Luise | Williams Christ | Forellenbirne | Pyrus pyraster | Steinobstgewächse | Mespilus | Prunus armeniaca | Prunus avium | Prunus cerasifera | Prunus cerasus | Prunus domestica | Zwetschge | Prunus persica | Prunus padus | Prunus serotina | Prunus spinosa | Prunus mahaleb | Mahlab | Holunder | Sambucus nigra | Robinien | Robinia pseudoacacia | Sonstige Laubbaumarten | Hippophae rhamnoides | Cytisus scoparius | Cydonia oblonga | Frangula alnus | Eingeführte Laubbaumarten | Syringa | Liriodendron tulipifera | Magnolien | Tulpen-Magnolie | Immergrüne Magnolie | Gurken-Magnolie | Ginkgo biloba

Nadelbäume

Nadelbäume | Kiefern | Pinus nigra | Pinus mugo | Pinus sylvestris | Pinus cembra | Tannen | Abies alba | Abies nordmanniana | Fichten | Picea abies | Eiben | Taxus baccata | Lärchen | Larix decidua | Douglasien | Pseudotsuga menziesii | Lebensbäume | Thuja occidentalis | Thuja plicata | Wacholder | Juniperus communis | Juniperus sabina