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Manna-Esche
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Manna-Esche
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Manna-Esche (Fraxinus ornus)

Systematik
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Ölbaumgewächse (Oleaceae)
Tribus: Oleeae
Gattung: Eschen (Fraxinus)
Art: Manna-Esche
Wissenschaftlicher Name
Fraxinus ornus
L.

Die Manna-Esche (Fraxinus ornus), auch Blumen-Esche oder Schmuck-Esche genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Eschen (Fraxinus) in der Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae). Ihren Namen verdankt sie dem Saft, der aus angeritzten Ästen und Zweigen austritt und schnell erhärtet. Der Saft enthält neben einigen anderen Inhaltsstoffen den süß schmeckenden, sechs-wertigen Alkohol Mannitol und ist daher für die medizinische Anwendung interessant. In Süditalien wird die Manna-Esche zur Gewinnung des Siebröhrensaftes („Manna“) in Plantagen angebaut.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Beschreibung
    • 1.1 Erscheinungsbild und Blatt
    • 1.2 Blütenstand, Blüte und Frucht
    • 1.3 Chromosomenzahl
  • 2 Vorkommen
  • 3 Systematik
  • 4 Verwendung als Heilpflanze
  • 5 Trivialnamen
  • 6 Belege
    • 6.1 Literatur
    • 6.2 Einzelnachweise
  • 7 Weblinks

Beschreibung

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Illustration
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Gefiederte Laubblätter im Herbst
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Blütenstände
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Fruchtstand mit Früchten
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Blumen-Esche in Korsika

Erscheinungsbild und Blatt

Die Manna-Esche ist ein sommergrüner, laubabwerfender Baum, der Wuchshöhen von 5 bis 10, selten bis 25 m erreicht. Er bildet eine lockere, ziemlich lichte und rundlich gewölbte Krone. Der Stamm ist drehrund, gerade und gabelt sich erst in einiger Höhe vom Boden entfernt. Die dunkelgraue oder schwärzlich-graue, warzige Borke besitzt im Gegensatz zur Gewöhnlichen Esche kein deutliches Furchen- und Leistenmuster. Die Äste gehen zum größten Teil strahlend ab, sind aber häufiger gebogen und gedreht als bei der Gewöhnlichen Esche. Die Rinde der Zweige ist oliv- bis graugrün, rundlich bis zusammengedrückt vierkantig und fein punktiert durch hellbraune Lentizellen. Die gegenständigen Knospen sind an der Vorderseite stumpf und etwas gewölbt und besitzen nur zwei äußere, (silbrig bis bräunlich-) graue Knospenschuppen.

Die kreuzgegenständig angeordneten Laubblätter sind unpaarig gefiedert und ungefähr 15 bis 20 cm lang sowie im Umriss oval. Es sind meist 5 bis 9 Fiederblättchen vorhanden. Die deutlich gestielten Fiederblättchen sind eiförmig-lanzettlich, an der Vorderseite zugespitzt, gezähnt bis unregelmäßig gesägt und jeweils ungefähr 3 bis 7 cm lang. Ihre Oberseite ist mittelgrün, die Unterseite ist heller und auf den Blattadern vor allem an der Blättchenbasis bräunlich oder weißlich behaart.

Blütenstand, Blüte und Frucht

Die Blütezeit reicht von April bis Juni. Die angenehm duftenden Blüten erscheinen gleichzeitig mit den Blättern. In end- oder seitenständigen, zuerst aufrechten, später überhängenden, sehr dichten, ungefähr 10 cm langen und genauso breiten, am Grund beblätterten, rispigen Blütenständen stehen viele Blüten zusammen. Die Blüten sind vierzählig. Die vier Kelchblätter sind unscheinbar. Die vier weißlichen Kronblätter sind 7 bis 15 mm lang.

Das einsamige Nüsschen (Samara) ist einseitig geflügelt, wobei der sehr schmale, längliche und ungefähr 2 cm lange Flügel an der Vorderseite etwas ausgerandet ist. Die im Oktober reifen Früchte färben sich glänzend dunkelbraun.

Chromosomenzahl

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 46.[1]

Vorkommen

Natürliche Vorkommen der Manna-Esche liegen im östlichen Mittelmeergebiet. Fundorte sind nachgewiesen für Spanien, Frankreich (inklusive Korsika), Italien (inklusive Sizilien), die Schweiz, Österreich, Ungarn, die ehemalige Tschechoslowakei, das ehemalige Jugoslawien, Bulgarien, Rumänien, Albanien, Griechenland, Türkei, Syrien und Libanon.[2] Die Manna-Esche wird in Südeuropa und dem südlichen Mitteleuropa als Zier- und Straßenbaum angepflanzt. In Deutschland gilt die Manna-Esche als eingebürgerter Neophyt. Hier kommt sie selten als Pioniergehölz auf ehemaligen Weinbergen und Steilhängen in Baden-Württemberg und Franken vor. Einbürgerungstendenzen zeigt sie auch im Siedlungsbereichen Nordrhein-Westfalens.[3]

Die Manna-Esche ist eine Charakterart des Verbands Orno-Ostryon aus der Ordnung der Quercetalia pubescentis.[1]

Systematik

Die Erstveröffentlichung von Fraxinus ornus erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, 2, S. 1057[4]. Ein Synonym von Fraxinus ornus L. ist Fraxinus paniculata Mill.[5]

Fraxinus ornus gehört zur Sektion Ornus DC. aus der Gattung Fraxinus.[2]

Man kann zwei Unterarten unterscheiden:[6]

  • Fraxinus ornus subsp. ornus: Sie kommt von Südeuropa und dem östlichen Mitteleuropa bis zum Kaukasus vor.[6]
  • Fraxinus ornus subsp. cilicica (Lingelsh.) Yalt. (Syn.: Fraxinus cilicica Lingelsh.): Sie kommt in der südlichen Türkei vor.[6]

Verwendung als Heilpflanze

Als Heildroge dient Manna, der durch Einschnitte in die Rinde gewonnene, an der Luft eingetrocknete Saft (genannt Manna cannelata) 8 bis 10 Jahre alter Bäume.[7]

Der Saft enthält bis zu 90 % Mannitol neben Stachyose und anderen Zuckern; in Spuren kommt auch Fraxin vor.[7]

Anwendung: Manna ist ein mildes Abführmittel und kann beispielsweise bei Hämorrhoiden und Darmfissuren oder anderen Erkrankungen, bei denen eine Darmentleerung mit weichem Stuhl erwünscht ist, verwendet werden. Auch Schwedenkräutermischungen enthalten oft Manna. Wirkstoff ist auch hier das süß schmeckende Mannitol. Mannitol ist ein Polyol und hat seinen Namen von der Manna-Esche erhalten. Mannitol wird kaum im Darm resorbiert, sondern hält dort Wasser zurück, vermehrt dadurch den Darminhalt und regt somit die Peristaltik an. Als „osmotisches Abführmittel“ darf Manna langfristig nur nach Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden. Intravenös verabreicht führt Mannitol zu einer starken Diurese, wie sie beispielsweise bei Vergiftungen und drohendem Nierenversagen erwünscht ist. Allerdings ist der medizinische Einsatz von Mannitol im akuten Nierenversagen umstritten und kann sogar gesundheitsschädlich sein.[8] Darüber hinaus hat Mannitol eine gewisse Bedeutung als Zuckeraustauschstoff für Diabetiker, da der Stoff unabhängig von Insulin abgebaut wird. Auch als Füll- und Bindemittel für Tabletten wird Mannitol verwendet.[7]

Heute gewinnt man Mannitol meist durch Hydrierung von Glucose oder Invertzucker.[7]

Trivialnamen

Für die Manna-Esche bestehen bzw. bestanden auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen: Blütenesche, Blumenesche, Himmelsbrot, Himmelsthau, Leympawm (mittelhochdeutsch), lidbaum (althochdeutsch), Limbom (althochdeutsch), Linboum (althochdeutsch), Mamaesche, Wieläsch und Zwergesche.[9]

Belege

Literatur

  • Bruno P. Kremer: Bäume. Heimische und eingeführte Arten Europas (= Steinbachs Naturführer). Neue, bearbeitete Auflage. Mosaik, München 1996, ISBN 3-576-10554-9.
  • Eckehart J. Jäger, Klaus Werner (Hrsg.): Exkursionsflora von Deutschland. Begründet von Werner Rothmaler. 10., bearbeitete Auflage. Band 4: Gefäßpflanzen: Kritischer Band. Elsevier, Spektrum Akademischer Verlag, München/Heidelberg 2005, ISBN 3-8274-1496-2.

Einzelnachweise

  1. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 747.
  2. a b Fraxinus ornus im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.
  3. F. Wolfgang Bomble: Kritische und wenig bekannte Gefäßpflanzenarten im Aachener Raum III. Jahrbuch des Bochumer Botanischen Vereins. Bd. 6, 2015, S. 13–21 PDF (2 MB)
  4. Erstveröffentlichung eingescannt bei biodiversitylibrary.org.
  5. Eintrag bei tropicos.
  6. a b c Rafaël Govaerts (Hrsg.): Fraxinus - World Checklist of Selected Plant Families des Royal Botanic Gardens, Kew. Zuletzt eingesehen am 11. Dezember 2017.
  7. a b c d Ingrid und Peter Schönfelder: Das neue Handbuch der Heilpflanzen, Franckh-Kosmos Verlagsgesellschaft, 2011, ISBN 3-440-09387-5
  8. Bo Yang, Jing Xu, Fengying Xu, Zui Zou, Chaoyang Ye: Intravascular Administration of Mannitol for Acute Kidney Injury Prevention: A Systematic Review and Meta-Analysis. In: PLoS ONE. Band 9, Nr. 1, 14. Januar 2014, doi:10.1371/journal.pone.0085029, PMID 24454783, PMC 3891750 (freier Volltext).
  9. Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, Seite 155. (online).

Weblinks

Bild anzeigen Commons: Manna-Esche (Fraxinus ornus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Manna-Esche. In: FloraWeb.de.
  • Manna-Esche. In: BiolFlor, der Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland.
  • Fraxinus ornus L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am 21. Januar 2016.

 


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