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Eiben
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Eiben
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Europäische Eibe (Taxus baccata), Illustration

Systematik
Abteilung: Gefäßpflanzen (Tracheophyta)
Unterabteilung: Samenpflanzen (Spermatophytina)
Klasse: Coniferopsida
Ordnung: Koniferen (Coniferales)
Familie: Eibengewächse (Taxaceae)
Gattung: Eiben
Wissenschaftlicher Name
Taxus
L.

Die Eiben (Taxus) bilden eine Pflanzengattung in der Familie der Eibengewächse (Taxaceae). Die etwa zehn Arten sind hauptsächlich in den gemäßigten Gebieten der Nordhalbkugel verbreitet; in Europa ist die Europäische Eibe (Taxus baccata) als einzige Art heimisch.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Beschreibung
    • 1.1 Vegetative Merkmale
    • 1.2 Generative Merkmale
  • 2 Ökologie
  • 3 Inhaltsstoffe
  • 4 Vorkommen
  • 5 Systematik
  • 6 Nutzung
  • 7 Literatur
  • 8 Einzelnachweise
  • 9 Weblinks

Beschreibung

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Weibliche Eibenblüten mit Bestäubungstropfen
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Der rote Samenmantel umhüllt den Samen becherförmig
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Diese Europäische Eibe wurde auf etwa 1400 Jahre geschätzt und wird Eibe von Hennersdorf genannt. Sie galt bis 1945 als ältester Baum Deutschlands; heute gilt sie als ältester Baum Polens

Vegetative Merkmale

Eiben-Arten sind immergrüne Sträucher oder kleine bis mittelgroße Bäume. Junge Zweige besitzen anfangs eine grüne bis gelblich-grüne Rinde; an ihrem unteren Bereich kann man einige Knospenschuppen beobachten. Später wird die Rinde rötlich-braun, an älteren Ästen entwickelt sich eine schuppige, rötlich-braune Borke.[1][2]

Die Nadeln sind spiralig am Zweig angeordnet, sind aber gescheitelt, so dass sie zweireihig angeordnet zu sein scheinen. Die linealischen, biegsamen Nadeln können gerade oder gebogen sein. Sie enden in einer kleinen aufgesetzten, aber nicht stechenden Spitze. Auf der Oberseite der Nadeln tritt die Mittelader hervor, auf der Unterseite befinden sich zwei helle Streifen mit den Stomata.[1][2]

Generative Merkmale

Eiben-Arten sind meist zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch): Männliche und weibliche Blüten stehen auf separaten Pflanzenexemplaren, gelegentlich sind sie einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). Die männlichen Zapfen sind kugelig und gelblich. Sie weisen vier bis 16 Sporophyllen auf, die jeweils zwei bis neun Sporangien besitzen.[1][2]

Die Samen reifen im Jahr der Befruchtung. Weibliche Pflanzen tragen im Herbst rote „Früchte“, die in der Mitte einen einzelnen Samen enthalten. Das den Samen umgebende rote, fleischige Gewebe – der Samenmantel (Arillus) – entwickelt sich nicht aus der Samenschale (Testa), sondern aus dem Stielbereich der Samenanlage (Funiculus). Der becherförmige Arillus weist je nach Art unterschiedliche Rottöne auf. Man spricht in diesem Fall nicht von einer Frucht (im botanischen Sinne), sondern von einem Samenmantel (Arillus), da es Früchte per definitionem nur bei Bedecktsamigen Pflanzen geben kann.[1][2]

Ökologie

Die Verbreitung des Pollens erfolgt über den Wind (Anemophilie). Die Samen werden hauptsächlich von Vögeln verbreitet, die den fleischigen Samenmantel verzehren und den Samen später wieder ausscheiden (Endochorie).[3] Die Keimung erfolgt epigäisch, es sind zwei Keimblätter vorhanden.[1] Hirsche und Elche fressen gelegentlich Eibennadeln.[2][4]

Inhaltsstoffe

Die meisten Eibenarten, wie die Europäische Eibe (Taxus baccata), enthalten sehr giftige Inhaltsstoffe wie Taxin B. Insbesondere die Pazifische Eibe (Taxus brevifolia) enthält Paclitaxel (Taxol), das zur Behandlung von Brust- und Eierstockkrebs eingesetzt wird. Giftig sind Rinde, Nadeln und Samen. Der rote Samenmantel enthält jedoch keine Giftstoffe. Fälle von tödlichen Vergiftungen durch Eiben sind von Menschen, Rindern und Pferden bekannt.[5] Das Vorkommen von Ecdysteron wurde mehrfach beschrieben.[6][7]

Vorkommen

Die Eiben-Arten sind hauptsächlich in der gemäßigten Zone der Nordhalbkugel verbreitet. In der Neuen Welt erreichen sie südwärts noch Mexiko, Guatemala und El Salvador. In Südostasien sind sie in tropischen Gebirgswäldern vertreten und überschreiten auf Celebes den Äquator. Während sie im Norden ihres Verbreitungsgebietes in tieferen Lagen vorkommen, erreichen sie in den Tropen Höhenlagen von 3000 Meter.[3]

Eiben waren ursprünglich in Deutschland rund um die Bergregionen weit verbreitet. Im Jahr 1568 unterrichtete Herzog Albrecht den Kaiserlichen Rat in Nürnberg, dass sich in ganz Bayern keine hiebreife Eibe mehr befinde. Der Grund dafür war, dass aus dem Holz der Eiben die englischen Langbögen hergestellt wurden. Von Nürnberg aus wurden sie zu Tausenden als früher Exportschlager nach Antwerpen verschifft. Der Paterzeller Eibenwald hat sich als kleines Eibenwaldrelikt im ehemaligen Klosterforst von Wessobrunn bis heute erhalten, ebenso im Naturwaldreservat Eibenwald in Gößweinstein.[8] Weitere größere Vorkommen befinden sich in Süd-Niedersachsen nahe Bovenden nördlich von Göttingen sowie in Thüringen im Ibengarten bei Dermbach in der Rhön, am Lengenberg westlich Lutter (Eichsfeld) im Kreis Heiligenstadt und im Naturschutzgebiet Dissau und Steinberg bei Rudolstadt.[9]

Eiben wachsen in der Strauchschicht feuchter Wälder oder bilden einen Teil der Kronenschicht.[3]

Ortsnamen mit dem Bestandteil „ib“ weisen auf frühere Eibenbestände hin, zum Beispiel Unteribental[10] oder Unteriberg.

Systematik

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Pazifische Eibe (Taxus brevifolia)

Die systematische Abgrenzung der Arten und Varietäten innerhalb der Gattung ist schwierig und bei den Autoren teils unterschiedlich.[3][11][12] Aljos Farjon unterscheidet folgende Arten:[13]

  • Europäische Eibe, auch Gemeine Eibe genannt (Taxus baccata L.)[14][15][16]
  • Pazifische Eibe (Taxus brevifolia Nutt.)
  • Kanadische Eibe (Taxus canadensis Marshall)
  • Chinesische Eibe (Taxus chinensis (Pilg.) Rehd.)
  • Taxus contorta Griff.
  • Japanische Eibe (Taxus cuspidata Sieb. & Zucc.)
  • Florida-Eibe (Taxus floridana Nutt. ex Chapman)
  • Mexikanische Eibe (Taxus globosa Schltdl.)
  • Himalaja-Eibe (Taxus wallichiana Zucc.)

Der wissenschaftliche Name der Gattung, lateinisch taxus, wird etymologisch über neupersisch taχšArmbrust, Pfeil‘ und altgriechisch τόξον ‚Pfeilbogen‘ (für deren Herstellung sich Eibenholz besonders eignet) mit (vielleicht beiden Wörtern zugrundeliegendem) skythisch *taχša- verbunden sowie mit dem nicht näher bestimmbaren altindischen Baumnamen takṣaka-.[17][18]

Nutzung

Es gibt zahlreiche Kreuzungen. Die bekannteste Kreuzung ist die Hybrid-Eibe (Taxus ×media Rehder), eine 1900 in Massachusetts entstandene Kreuzung aus Taxus baccata und Taxus cuspidata. Ihre breit säulenförmig wachsende Zuchtform ‘Hicksii’ wird relativ häufig in Parks und Gärten gepflanzt.

Literatur

  • Aljos Farjon: A Handbook of the World’s Conifers. Band 2. Brill, Leiden/ Boston 2010, ISBN 978-90-04-17718-5, S. 969–985.
  • Fred Hageneder u. a.: Die Eibe in neuem Licht. Eine Monographie der Gattung Taxus mit Fotos von Andy McGeeney. Verlag Neue Erde, Saarbrücken 2007, ISBN 978-3-89060-077-2.
  • Jürg Hassler-Schwarz: Die Eibe. Eine Beschreibung der physischen und mythischen Eigenschaften sowie der kulturellen Bedeutung in Graubünden. 2., erweiterte Auflage. Calven Verlag, Chur 2015, ISBN 978-3-905261-39-4.
  • Petra Mensing u. a.: Monographie der Familie Taxaceae. (= Wissenschaftliche Gehölzmonographien. Band 4). Verlag Gartenbild Hansmann, Rinteln 2005.

Einzelnachweise

  1. a b c d e Liguo Fu, Nan Li, Robert R. Mill: Taxus. In: Wu Zhengyi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Band 4. Missouri Botanical Garden Press, St. Louis, S. 89 (eFloras.org – 1994+).
  2. a b c d e Matthew H. Hils: Taxus. In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Band 2. Oxford University Press, New York/ Oxford (eFloras.org – 1993+).
  3. a b c d Eiben bei conifers.org – The Gymnosperm Database. (englisch)
  4. R. Hänsel, K. Keller, H. Rimpler, G. Schneider: Hagers Handbuch Der Pharmazeutischen Praxis. Band 6. Springer Verlag, 1994 (Google Books).
  5. Das passiert lediglich dann, wenn der Samenkern gegessen wird. Wird der Samenmantel nur ausgelutsch und der Kern ausgespuckt, passiert nichts.
  6. H. Hoffmeister, G. Heinrich, G. B. Staal, W. J. van der Burg: On the occurrence of ecdysterone in yews. In: Naturwissenschaften. 54(17), Sep 1967, S. 471. PMID 5586986
  7. N. J. De Souza, E. L. Ghisalberti, H. H. Rees, T. W. Goodwin: Studies on insect moulting hormones: biosynthesis of ponasterone A and ecdysterone from mevalonate in Taxus baccata. In: Biochem J. 114(4), Oct 1969, S. 895–896. PMID 5343810
  8. br.de
  9. H.Meinhardt: Eibenvorkommen in Thüringen und Probleme der Eibenverjüngung. (PDF; 607 kB) Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, 1994, abgerufen am 21. März 2017.
  10. Alexandra Wehrle: Kreis Breisgau-Hochschwarzwald: Falkensteig: Eiben im Höllental: Seltener Baum gibt Comeback. In: Badische Zeitung. 22. April 2015, abgerufen am 27. September 2016.
  11. Systematik und Bestimmungsschlüssel bei worldbotanical.com. (engl.)
  12. David J. de Laubenfels: Coniferales. In: Flora Malesiana. Series I, Vol. 10, Kluwer Academic, Dordrecht 1988, S. 337–453.
  13. Aljos Farjon: A Handbook of the World's Conifers. Band 2, S. 970.
  14. Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2: Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
  15. Jürg Hassler-Schwarz: Die Eibe (Taxus baccata L.): Eine Beschreibung unter besonderer Berücksichtigung des Kantons Graubünden. Ein Versuch zur Beschreibung der Baumart mit ihren physischen und mythischen Eigenarten…, Verlag: Jürg Hassler-Schwarz, 1999.
  16. Beiträge zur Eibe / Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, Freising (Hrsg.): Berichte aus der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft. Nr. 10. Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft. 1996.
  17. Helmut Genaust: Etymologischen Wörterbuch der Botanischen Pflanzennamen. 3. Auflage. Birkhäuser, Basel/ Boston/ Berlin 1996, ISBN 3-7643-2390-6 (taxícola. S. 631f.).
  18. Alois Walde, Johann Baptist Hofmann: Lateinisches Etymologisches Wörterbuch. 3. Auflage. Carl Winter, Heidelberg 1954 (taxus. S. 653.).

Weblinks

Bild anzeigen Commons: Eiben (Taxus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

 


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